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Kompressionsstrümpfe anziehen – so geht es ohne Kraftakt

Kompressionsstrümpfe wirken nur, wenn sie faltenfrei und passgenau sitzen. Genau das macht das Anziehen am Anfang mühsam. Mit der richtigen Technik – umstülpen statt ziehen – dauert es nach kurzer Übung weniger als eine Minute pro Bein.

In fünf Schritten angezogen

  1. 1. Morgens anziehen

    Direkt nach dem Aufstehen sind die Beine am schlanksten. Später am Tag sind sie oft leicht geschwollen, dann geht der Strumpf deutlich schwerer über Ferse und Wade.

  2. 2. Haut und Hände vorbereiten

    Die Haut muss trocken sein – Creme oder Öl lässt das Gewebe kleben. Dünne Gummihandschuhe geben Grip, verteilen den Zug gleichmäßig und schützen das Material vor Fingernägeln.

  3. 3. Strumpf bis zur Ferse umstülpen

    Mit der Hand in den Strumpf greifen, die Ferse von innen fassen und den Strumpf bis dorthin auf links ziehen. So entsteht ein kurzer, fester Ring statt eines langen Schlauchs.

  4. 4. Fuß und Ferse passgenau setzen

    Zuerst über die Zehen ziehen, dann die Fersentasche exakt auf die Ferse setzen. Sitzt die Ferse falsch, verrutscht der gesamte Druckverlauf – lieber noch einmal neu ansetzen.

  5. 5. Nach oben abrollen

    Den Strumpf Stück für Stück über Fuß, Knöchel und Wade abrollen, nicht am Bündchen ziehen. Zum Schluss Falten mit der flachen Hand glatt streichen.

Häufige Fehler

FehlerBesser
Am Bündchen hochziehenGewebe abrollen und flach streichen
Abends anziehenMorgens vor dem Aufstehen anziehen
Auf eingecremte HautHaut trocken, Creme erst abends
Ferse sitzt danebenFersentasche zuerst exakt platzieren
Bündchen umschlagenBündchen flach unter der Kniekehle lassen

Anziehhilfen: wann sie sich lohnen

Wer sich schlecht bücken kann oder wenig Kraft in den Händen hat, kommt mit einer Anziehhilfe schneller zurecht. Gängig sind ein Metall- oder Kunststoffgestell, über das der Strumpf gespannt wird und in das du hineinsteigst, sowie Gleitsocken aus glattem Stoff, die über den Fuß gezogen und nach dem Anziehen wieder herausgezogen werden. Beides ist im Sanitätshaus erhältlich; heixa liefert die Strümpfe ohne Anziehhilfe.

Ausziehen und Pflege

Abends den Strumpf vom Bündchen aus nach unten stülpen, nicht abstreifen. Waschen bei 30 °C im Feinwaschgang ohne Weichspüler, an der Luft trocknen – Hitze zerstört die elastischen Fasern und damit die Kompression.

Häufige Fragen

Warum lassen sich Kompressionsstrümpfe so schwer anziehen?

Das Gewebe ist bewusst fest, damit der Druck von 20–30 mmHg entsteht. Erschwerend kommen feuchte Haut, bereits geschwollene Beine und Ziehen am Bündchen statt Abrollen hinzu.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Anziehen?

Morgens direkt nach dem Aufstehen, noch vor dem Duschen oder Eincremen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich noch keine Flüssigkeit in den Beinen gesammelt.

Helfen Gummihandschuhe wirklich?

Ja. Haushalts- oder Einmalhandschuhe aus Gummi erhöhen die Reibung deutlich, sodass weniger Kraft nötig ist. Gleichzeitig verhindern sie Laufmaschen durch Fingernägel oder Ringe.

Wann ist eine Anziehhilfe sinnvoll?

Bei eingeschränkter Beweglichkeit von Hüfte, Rücken oder Händen, etwa bei Arthrose. Anziehhilfen wie Gestelle oder Gleitsocken übernehmen den Zug, sodass du nur noch in den Strumpf steigen musst.

Woran erkenne ich, dass der Strumpf richtig sitzt?

Die Fersentasche liegt auf der Ferse, das Bündchen endet zwei Finger breit unter der Kniekehle, das Gewebe ist faltenfrei. Der Strumpf darf fest sitzen, aber nicht einschneiden, kribbeln oder Druckstellen hinterlassen.

Was tun, wenn der Strumpf Falten wirft oder einschneidet?

Falten erhöhen den Druck punktuell und können scheuern. Streiche sie glatt oder ziehe den Strumpf neu an. Schneidet das Bündchen dauerhaft ein, ist die Größe zu klein – dann eine Nummer größer wählen.

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Noch unsicher bei der Auswahl? Im Ratgeber Stützstrümpfe vs. Kompressionsstrümpfe erklären wir die Unterschiede beim Druckverlauf.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Vorerkrankungen wende dich bitte an medizinisches Fachpersonal.